PPR Statement Carina Spycher

Stimmen aus dem Unterricht

Es freut uns sehr, dass wir mit Carina Spycher, einer Teilnehmerin des Seminars Positive Psychologie für Ihre Resilienz im Gesundheitswesen - PPR einen vertieften Einblick erhalten. 

Was hat Sie motiviert, das Seminar Positive Psychologie für Ihre Resilienz im Gesundheitswesen zu besuchen – und spüren Sie bereits eine Veränderung in Ihrem Berufsalltag?

Carina Spycher: Mich hat vor allem meine Rolle als Führungsperson motiviert. Ich möchte für mein Team ein positives Vorbild sein – gerade in herausfordernden Situationen. Unser Berufsbereich ist nicht sehr bekannt und wir begegnen als Team immer wieder anspruchsvollen und nicht immer einfachen Situationen. Zudem herrschte im grösseren Team unserer Abteilung über längere Zeit eine eher negative Stimmung, geprägt von Unzufriedenheit und vielen Kündigungen.

Als kleiner Teil dieses grossen Systems konnte ich zunächst nur in meinem eigenen Team positiv wirken und motivieren. Wir waren bisher auch das beständigste Team. Mir wurde jedoch wichtig, diese Haltung auch im gesamten Team vorzuleben und meine eigenen Stärken und Schwächen bewusster wahrzunehmen, um gezielt an ihnen arbeiten zu können.

Durch das Seminar wollte ich lernen, was es bedeutet, eine starke Resilienz aufzubauen, wie ich mit Belastungen professionell umgehen kann und wie ich gleichzeitig auch meinem Umfeld Stabilität geben kann. Erste Veränderungen nehme ich bereits wahr: Ich reflektiere bewusster, reagiere konstruktiver und kann meine positive Grundhaltung im Alltag besser aufrechterhalten.

 

Gab es ein Aha-Erlebnis im Seminar, das Sie besonders inspiriert oder überrascht hat?

Carina Spycher: Ja. Besonders beeindruckt hat mich die Erkenntnis, dass eine starke Resilienz wesentlich von Dankbarkeit und Akzeptanz getragen wird. Mir wurde bewusst, wie wichtig es ist, im Hier und Jetzt zu leben und mich selbst als Priorität wahrzunehmen. Diese Perspektive hat mich überrascht und gleichzeitig inspiriert, weil sie einfach klingt, aber im Alltag oft verloren geht. Sie erinnert mich daran, dass innere Stärke damit beginnt, gut zu sich selbst zu schauen.

 

Hat sich Ihr Blick auf Belastungen oder Stresssituationen seit dem Seminar verändert? Falls ja, wie?

Carina Spycher: Ja, mein Blick auf Belastungen hat sich seit dem Seminar deutlich verändert. Ich versuche mir jeden Tag bewusst rund 20 Minuten Zeit zu nehmen, um meinen Körper wahrzunehmen – ohne Ablenkung, ohne Druck. Diese kleine tägliche Pause hilft mir, ruhiger zu werden und Stress frühzeitig zu erkennen.

Im Umgang mit negativen Emotionen gelingt es mir zunehmend, meinem Gegenüber eine positive Perspektive aufzuzeigen oder zumindest innerlich zu benennen. Das verändert nicht nur die Qualität der Gespräche, sondern auch meine eigene Haltung.

Im Alltag mache ich bewusst einen Schritt zurück und versuche, mich über kleine Dinge zu freuen. Beispielsweise erinnere ich mich daran, dass ich gesund bin, auf zwei Beinen stehe und von der Liebe meiner Tochter und meines Ehemannes umgeben bin. Diese Dankbarkeit hilft mir, Herausforderungen gelassener zu begegnen und Stressmomenten mit mehr Ruhe und Klarheit zu begegnen.

 

Gibt es ein Beispiel aus Ihrer Praxis, bei dem Ihnen die Inhalte des Seminars zukünftig besonders helfen werden?

Carina Spycher: Ja. Besonders hilfreich ist für mich die veränderte innere Haltung und das Wissen, wie ich selbst den ersten Schritt machen und Theorie in die Praxis übertragen kann. Ein konkretes Beispiel ist eine neuen Teaminitiative, die wir ab dem 1. Dezember gestartet haben: eine Adventskette der Dankbarkeit.

Jedes Teammitglied kann einen Zettel mit einem Dankbarkeitsmoment, einem Highlight oder auch einem kleinen Witz aufhängen, um positiv in den Tag zu starten. Jeden Morgen werden ein bis zwei Zettel vorgelesen. Dadurch schaffen wir bewusst Raum für positive Emotionen, stärken die Wertschätzung im Team und fördern eine optimistische Sichtweise – etwas, das ich ohne das Seminar in dieser Form vielleicht nicht initiiert hätte.

 

Wie hat der Austausch mit anderen Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen Ihre Sichtweise erweitert?

Carina Spycher: Bis jetzt hatte ich noch nicht viele Gelegenheiten, mich vertieft mit anderen Fachpersonen auszutauschen. Dennoch hat mich das Seminar motiviert, mein Wissen weiterzugeben. Ich werde eine interne Fortbildung durchführen und dort von meinen Erkenntnissen berichten sowie zeigen, wie sich die Theorie mit kleinen, praktischen Beispielen direkt im Alltag anwenden lässt.

Ein erstes Resultat ist bereits sichtbar: Unsere Adventskette der Dankbarkeit wurde im Team sehr positiv aufgenommen und es gab viele wertschätzende Rückmeldungen. Diese Erfahrung bestärkt mich darin, solche Impulse weiterzugeben und gemeinsam mit anderen Fachpersonen den Fokus stärker auf positive Psychologie und Resilienz zu richten.

 

Was würden Sie sagen: Warum lohnt sich dieses Seminar aus Ihrer Sicht ganz besonders?

Carina Spycher: Das Seminar lohnt sich aus meiner Sicht vor allem, weil es Raum bietet, sich selbst ehrlich zu reflektieren – die eigenen Stärken ebenso wie die eigenen Schwächen. Man lernt, wie diese Erkenntnisse bewusst in den Alltag integriert werden können, um eine stärkere Resilienz aufzubauen.

Es unterstützt dabei, den ersten Schritt zu einer positiveren Sichtweise zu machen und diese Haltung auch an andere weiterzugeben. Gleichzeitig stärkt das Seminar das eigene Selbstbewusstsein, besonders in herausfordernden Situationen. Für mich ist es ein wertvoller Impuls, sowohl persönlich als auch im Berufsalltag klarer, resilienter und wirksamer zu handeln.

 

Wir bedanken uns herzlich für das Interview!

 

Sie interessieren sich ebenfalls für dieses spannende Seminar, der nächste Start findet am 5. Mai 2026 statt. Alle Details finden Sie hier