Jürgen Schmidt

Stimmen aus dem Unterricht

Wir freuen uns, gemeinsam mit Jürgen Schmidt, Dozent des Seminars OP-Lagerung einen persönlichen Einblick in den Unterricht und seine Erfahrungen zu erhalten.

Was hat Sie motiviert, Ihr Wissen im Bereich OP-Lagerung als Dozent weiterzugeben?

Jürgen Schmidt: In meiner langjährigen Tätigkeit im Operationsbereich und im OP-Management habe ich immer wieder gesehen, wie entscheidend die Qualität der Lagerung für die Patientensicherheit und für reibungslose Prozesse im Operationssaal ist. Die Lagerung von Patientinnen und Patienten ist ein hochspezialisierter Bereich, der oft unterschätzt wird. Durch die Lehrtätigkeit kann ich Fachpersonen dabei unterstützen und motivieren, ein vertieftes Verständnis für anatomische, technische und prozessuale Zusammenhänge im OP-Alltag zu entwickeln und dieses Wissen sicher im klinischen Alltag anzuwenden.


Was macht die Arbeit rund um die Lagerung von Patientinnen und Patienten im OP für Sie besonders spannend?

Jürgen Schmidt: Die OP-Lagerung ist ein sehr dynamischer Bereich, der medizinisches Wissen, den Umgang mit komplexer Medizintechnik sowie eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit vereint. Die Lagerung bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen Chirurgie, Anästhesie, OP-Technik und Anästhesiepflege. Jede Operation bringt unterschiedliche Anforderungen an die Lagerung des Patienten mit sich. Die Herausforderung besteht darin, diese Anforderungen optimal miteinander zu verbinden und gleichzeitig maximale Sicherheit für den Patienten im Operationssaal zu gewährleisten. Die Kombination aus fachlicher Expertise, Teamarbeit und der damit verbundenen Verantwortung macht die Tätigkeit im Bereich OP-Lagerung sehr anspruchsvoll und gleichzeitig sehr spannend.

 

Warum ist die richtige Lagerung im Operationssaal so entscheidend für den Erfolg einer Operation?

Jürgen Schmidt: Die Lagerung bildet eine zentrale Grundlage für jede Operation. Die OP-Lagerung ist eine delegierte Aufgabe der Chirurgin bzw. des Chirurgen, da sie den operativen Zugang, den Arbeitsablauf des chirurgischen Teams sowie die physiologische Stabilität des Patienten wesentlich beeinflusst. Fehler in diesem Bereich können zu schwerwiegenden Komplikationen führen, beispielsweise zu Nervenschäden oder Durchblutungsstörungen. Eine professionelle OP-Lagerung ist daher ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Operation und der Patientensicherheit im Operationssaal.

 

Welche Verantwortung tragen Fachpersonen für OP-Lagerung im OP-Team?

Jürgen Schmidt: Fachpersonen für OP-Lagerung übernehmen eine zentrale Rolle im interprofessionellen OP-Team. Sie tragen die Verantwortung dafür, dass Patientinnen und Patienten sicher, anatomisch korrekt und entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Operation positioniert werden. Eine sachgerechte Lagerung, insbesondere bei langen oder komplexen Eingriffen, stellt ein wesentliches Element der Prävention und der Patientensicherheit dar. Risiken müssen frühzeitig erkannt und entsprechende präventive Massnahmen ergriffen werden. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit mit den chirurgischen Teams, der Anästhesie sowie den Fachpersonen der OP-Technik. Darüber hinaus trägt diese Berufsgruppe in vielen Spitälern auch Verantwortung für die Anwendung und teilweise für die Funktionskontrolle medizinischer Geräte. In einer zunehmend hochspezialisierten Medizin ist es entscheidend, dass diese Geräte sicher und fachgerecht eingesetzt werden.

 

Welche zentralen Kompetenzen erwerben die Teilnehmenden im Lehrgang OP-Lagerung?

Jürgen Schmidt: Die Teilnehmenden erwerben fundiertes Wissen über Anatomie, Physiologie und mögliche Lagerungsrisiken. Der Lehrgang vermittelt praxisorientierte Kompetenzen, die anhand von Fallbeispielen aus dem OP-Alltag direkt angewendet werden können. Zusätzlich lernen sie unterschiedliche spezifische Lagerungstechniken kennen sowie den sicheren Einsatz von Lagerungssystemen, druckentlastenden Lagerungshilfsmitteln und technische Anforderungen an ein funktionstüchtiges Lagerungsequipment. Weitere wichtige Bestandteile des Lehrgangs sind das Verständnis für interprofessionelle Zusammenarbeit, der Einbezug von Hygienerichtlinien sowie rechtliche Aspekte im OP-Alltag. Diese Inhalte stärken die fachliche Rolle der Teilnehmenden im Team und tragen gleichzeitig zur Verbesserung der Patientenversorgung bei.

 

Wie arbeitet die Fachperson für OP-Lagerung mit Chirurgie, Anästhesie und OP-Pflege zusammen?

Jürgen Schmidt: Die Zusammenarbeit beginnt bereits in der Vorbereitung einer Operation. Gemeinsam mit dem chirurgischen Team wird die geeignete Lagerungsposition festgelegt und das notwendige Lagerungsmaterial vorbereitet. Dabei müssen die bestehenden Guidelines im aktuell gehalten werden.

Während der Operation arbeitet die Fachperson für OP-Lagerung eng mit Chirurgie, Anästhesie und OP-Technik zusammen. Sie sorgt dafür, dass die Lagerung stabil bleibt, unterstützt bei Bedarf Anpassungen während des Eingriffs und stellt sicher, dass das benötigte technische Equipment korrekt eingesetzt wird. Eine klare Kommunikation und ein gutes Verständnis der jeweiligen Anforderungen der beteiligten Berufsgruppen sind dabei entscheidend für einen sicheren und effizienten Ablauf im Operationssaal.

 

Was nehmen Teilnehmende Ihrer Erfahrung nach aus dem Lehrgang mit – fachlich und persönlich?

Jürgen Schmidt: Fachlich gewinnen die Teilnehmenden ein vertieftes Verständnis für die Bedeutung der Lagerung im gesamten OP-Ablauf Prozess. Persönlich entwickeln viele ein höheres Verantwortungsbewusstsein für ihre Rolle im Lagerungsteam sowie mehr Sicherheit im interprofessionellen Austausch. Häufig berichten Teilnehmende auch von einem neuen Blick auf die Bedeutung und Verantwortung ihrer Tätigkeit im Gesamtprozess einer Operation.

 

Warum ist eine spezialisierte Weiterbildung im Bereich OP-Lagerung heute wichtiger denn je?

Jürgen Schmidt: Die moderne Chirurgie wird zunehmend komplexer, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität, Effizienz und Patientensicherheit. Spezialisierte Weiterbildungen sind deshalb unerlässlich, um Fachpersonen gezielt auf diese Anforderungen vorzubereiten und einen hohen Standard in der operativen Versorgung sowie in der Zusammenarbeit komplexer interprofessioneller Teams sicherzustellen.

 

Was ist der Vorteil für Arbeitgeber, wenn Mitarbeitende in der OP-Lagerung gut qualifiziert sind?

Jürgen Schmidt: Gut qualifizierte Mitarbeitende tragen wesentlich zur Patientensicherheit, zur Reduktion von Komplikationen und zu effizienten OP-Prozessen bei. Sie helfen, Lagerungsschäden zu vermeiden und unterstützen einen strukturierten Ablauf im Operationssaal.

Für den  Arbeitgeber bedeutet dies eine höhere Versorgungsqualität, stabile OP-Abläufe und langfristig auch eine nachhaltige Qualitätssicherung im operativen Bereich.

 

Ein herzliches Dankeschön an Jürgen Schmidt für die persönlichen Einblicke!

Interessieren auch Sie sich für das Seminar «OP-Lagerung (OP-L)»? Der nächste Starttermin ist am 31. August 2026.