Stimmen aus dem Unterricht
Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Jeannine Abd El Azim, Teilnehmerin in der Fachweiterbildung psychiatrische Pflege und Betreuung - FWPSY, einen persönlichen Einblick in den Lehrgang zu erhalten.
Was hat Sie dazu bewegt, die Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege und Betreuung zu absolvieren?
Jeannine Abd El Azim: Nach vielen Jahren in der somatischen Pflege ,insbesondere im ambulanten Spitex-Bereich, bin ich aus gesundheitlichen Gründen in die psychosoziale Spitex gewechselt. Was zunächst durch Rückenprobleme ausgelöst wurde, hat sich als grosse berufliche Bereicherung erwiesen. In der ambulanten psychiatrischen Pflege habe ich gemerkt, wie sehr mich die Beziehungsarbeit und das individuelle Begleiten von Menschen in herausfordernden Lebenssituationen erfüllen.
Dabei wurde mir bewusst, dass ich mir für dieses anspruchsvolle Arbeitsfeld fundiertes Fachwissen aneignen möchte. Die Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege und Betreuung war für mich deshalb der logische nächste Schritt.
Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, wie Sie das Gelernte bereits im beruflichen Alltag umsetzen konnten?
Jeannine Abd El Azim: Ich setze das Gelernte täglich in meinem Berufsalltag um, besonders in der Gesprächsführung. Ich kommuniziere heute bewusster, strukturierter und situationsangepasst. Bei Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen arbeite ich beispielsweise mit Elementen des Motivational Interviewing. Diese Haltung ermöglicht es mir, Veränderungsbereitschaft achtsam zu erkunden und Motivation zu stärken. So entstehen tragfähige Gespräche auf Augenhöhe.
In welchen Bereichen fühlen Sie sich heute sicherer oder kompetenter als vor dem Lehrgang?
Jeannine Abd El Azim: Besonders gestärkt fühle ich mich im professionellen Beziehungsaufbau. Ich reflektiere meine Rolle bewusster und kann Nähe und professionelle Abgrenzung besser in Balance halten. Sehr wertvoll waren zudem die vertieften Kenntnisse im Umgang mit Suizidalität und Aggression. Während aggressive Situationen im ambulanten Setting eher selten sind, ist Suizidalität durchaus präsent. Hier fühle ich mich heute deutlich sicherer und fachlich gut vorbereitet, ruhig und kompetent zu handeln.
Was macht für Sie eine gute psychiatrische Pflege aus?
Jeannine Abd El Azim: Gute psychiatrische Pflege bedeutet für mich, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Die Beziehung ist dabei der zentrale Wirkfaktor. Es geht darum, präsent zu sein, zuzuhören, Ressourcen wahrzunehmen und Menschen respektvoll ein Stück ihres Weges zu begleiten, mit
fachlicher Kompetenz und klarer Haltung.
Was war Ihr grösstes Aha-Erlebnis während der Weiterbildung?
Jeannine Abd El Azim: Mein grösstes Aha-Erlebnis war zu erkennen, wie sehr mich die Weiterbildung nicht nur fachlich, sondern auch persönlich gestärkt hat. Sie hat mein berufliches Selbstbewusstsein gefestigt und mir gezeigt, dass ich meinen Platz in der psychiatrischen Pflege gefunden habe.
Würden Sie den Lehrgang Kolleginnen und Kollegen weiterempfehlen und wenn ja, warum?
Jeannine Abd El Azim: Die Weiterbildung bietet eine ideale Möglichkeit, sich fachlich zu vertiefen, die eigene Rolle bewusst zu reflektieren und persönlich zu wachsen. Besonders wertvoll ist, dass der Schwerpunkt klar auf der psychiatrischen Pflege liegt ,im Gegensatz zu generalistischen Ausbildungen, mit
stärkerem somatischem Fokus.
Ich erlebe diese Qualifikation als grosse Bereicherung für Institutionen, in denen psychiatrische Pflege geleistet wird, und wünsche mir, dass dieses anspruchsvolle Berufsfeld weiter an Anerkennung, Sichtbarkeit und Entwicklung gewinnt.
Wir bedanken uns herzlich für das Interview!
Sie interessieren sich für diese Fachweiterbildung? Der nächste Start ist am 26. August 2026.